Weniger Tote durch Ärztestreik?

08. März 2016 (Redaktion) Eine Leserzuschrift erstaunte uns doch sehr: Sie enthielt eine Liste von Ländern, in denen es angeblich deutlich weniger Tote gab, als dort die Ärzte in den Streik traten. Grund genug, eine kurze Recherche zu starten, und es scheint tatsächlich etwas dran zu sein. Selbst in linientreuen Medien läßt man die Überlegung anklingen, daß dies möglichwerweise auch auf eine gewisse "Überversorgung" zurückzuführen sein könnte. Auf gut Deutsch: Es wird nicht selten mehr geschadet als genützt, auch durch Medikamentengaben.

Jeder weiß, wie ärgerlich ein Streik auf Gebieten ist, die fast jeden unmittelbar betreffen: Streikt die Bahn, die öffentlichen Verkehrsmittel, die Müllabfuhr, die Fluglinien - dann ist die Aufregung schon groß und das Chaos flächendeckend. Doch das ist im  Regelfall allenfalls hochlästig, bei einem ins Wasser gefallenen Urlaub auch enttäuschend. Der Schlachtruf "Ärztestreik" hingegen schürt Angst. Wie können Ärzte streiken, wenn das doch Todesopfer bedeutet?
Ein interessanter Aspekt: Tut es das wirklich? Immer wieder gibt es Berichte in der Presse über Ärztestreiks. Erstaunlich ist dabei ein offensichtlich signifikanter Zusammenhang zwischen Ärztestreiks/ Streiks von Krankenhauspersonal und der Sterblichkeits/Todesrate des betroffenen Landes bzw. der Region.

Hier eine schon vor Jahren veröffentlichte Statistik:

Ärztestreiks Sterblichkeit und Todesrate 
Ca. 4 Monate Großbritannien:  Krankenhaus 6000 weniger Tote als vor einem Jahr
1978 Brasilien: 14.000 weniger Tote 
1979 Belgien 6.000 weniger Tote 
1979 Italien 30.000 weniger Tote 
1980 Frankreich weniger Tote 
1981 Schweden weniger Tote 
1983 Israel 4 1/2 Monate weniger Tote 
1986 Italien, 14 Tage Krankenhaus keine Toten gegenüber sonst 43/ Tag
2000 Israel weniger Tote 

Quelle: DIE ZEIT 49/94, S.86
 

Einer Pressemeldung der DPA aus dem Jahr 2000 zufolge sterben sterben in Deutschland jedes Jahr bis zu 16.000 Menschen im Krankenhaus durch die Einnahme von Arzneimitteln. Nachzulesen im “Weser-Kurier” unter Berufung auf eine Studie des Instituts für Klinische Pharmakologie in Bremen. Damit liegen die Opferzahlen etwa doppelt so hoch wie im Straßenverkehr. Bei ungefähr 16 Millionen Krankenhausaufenthalten pro Jahr müsse man demnach von mindestens 200.000 schwerwiegenden Arzneimittelwirkungen ausgehen. Nach Meinung der Fachleute sei die Hälfte dieser Fälle vermeidbar.

Erschütternd auch die folgende Aussage einer weiteren Studie (Langbein und Ehgartner, 2002):

“Großangelegte Vergleichsstudien der Ergebnisse von Obduktionen mit der Krankengeschichte der jeweiligen Patienten zeigen offenbar, daß in einem Viertel der Fälle die Krankheit, an der die Patienten in der Klinik letztendlich verstarben, von den Klinikärzten gar nicht erkannt worden war. Andere Untersuchungen kamen sogar auf eine »Trefferquote« in der Diagnostik von nur 50 Prozent.”

Was bedeutet das? Leben Menschen, die sich nicht schulmedizinisch im Krankenhaus oder von Ärzten behandeln lassen länger? Ist es gefährlich, sich von Ärzten behandeln zu lassen?

 

Infos:

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/medizin-schaden-aerztestreiks-den-patienten-1.2753746

http://rose-gesundheit.de/moegliche-auswirkungen-von-aerztestreiks-auf-sterblichkeit-und-todesrate/

http://www.ht-mb.de/forum/archive/index.php/t-1023238.html

http://naturheilt.com/blog/aerztestreik-weniger-tote/

http://www.sgipt.org/doceval/epidem/iatrogen.htm#Sekund%C3%A4rquelle%20Todesstatistik%20bei

   

   

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